Studiendesign

In die kontrollierte, randomisierte Phase II-Wirksamkeitsstudie zur Zweitlinienbehandlung des Glioblastoms, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Asunercept (APG101) in Kombination mit Radiotherapie mit einer alleinigen Radiotherapie verglich, wurden insgesamt 84 Patienten an 25 Studienzentren in Deutschland, Österreich und Russland eingeschlossen.

Die Patienten litten an einem ersten oder zweiten Rezidiv eines Glioblastoms und sprachen nicht mehr auf die Standardbehandlung an. Sie wurden so lange mit Asunercept im Rahmen der klinischen Prüfung behandelt, bis ein erneutes Fortschreiten der Tumorerkrankung festgestellt wurde. Detaillierte Informationen zur Studie sowie die finalen Studienergebnisse wurden im Oktober 2014 in dem Peer-Reviewed Journal „Clinical Cancer Research“ publiziert (>> zur Publikation). 

 

 

 

Ergebnisse

Die Behandlung mit Asunercept in Kombination mit Radiotherapie hat in allen Studienendpunkten – progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben und Verbesserung der Lebensqualität – eine klinische Überlegenheit gegenüber einer alleinigen Radiotherapie demonstriert und somit die Wirksamkeit von Asunercept in der Zweitlinienbehandlung von Glioblastom-Patienten belegt. Während der bis zu zwei Jahren andauernden Behandlung mit Asunercept wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet, die im Zusammenhang mit der Substanz standen, wodurch das ausgezeichnete Sicherheitsprofil sowie die sehr gute Verträglichkeit von Asunercept untermauert werden.

Sowohl das progressionsfreie Überleben nach sechs Monaten, der primäre Endpunkt der Studie, als auch das mediane progressionsfreie Überleben wurden mit statistischer Signifikanz erreicht. Besonders von Asunercept profitierten die Patienten, in deren Tumoren ein neu identifizierter epigenetischer Biomarker nachweisbar war, der mit dem CD95-Liganden – dem Target-Molekül von Asunercept – assoziiert ist. Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens bei Biomarker-positiven Patienten, die mit Asunercept behandelt wurden; das mediane Gesamtüberleben betrug 16,1 Monate bei diesen Patienten, im Vergleich zu 6,5 Monaten bei den Patienten, die nur mit Radiotherapie behandelt wurden. 

 

 

 

Aktuelles

Die Behandlung der Patienten im Rahmen der klinischen Studie ist abgeschlossen. Am Ende des Nachbeobachtungszeitraums im Oktober 2014 befanden sich noch fünf überlebende Patienten in der Behandlungsgruppe und ein Patient in der Kontrollgruppe.

 

Der am weitesten fortgeschrittene immunonkologische Wirkstoffkandidat Asunercept (APG101) wird zur Behandlung von soliden Tumoren und malignen hämatologischen Erkrankungen entwickelt. In einer Phase II-Wirksamkeitsstudie mit Asunercept zur Zweitlinienbehandlung von Patienten mit Glioblastom, dem häufigsten und aggressivsten Hirntumor, wurden alle klinischen Endpunkte erreicht.

Die Weiterentwicklung von Asunercept bis zur Marktzulassung für die Behandlung des Glioblastoms sowie klinische Studien zur Behandlung anderer Tumore befinden sich derzeit in Planung. Aus der wissenschaftlichen Fachliteratur (Motz et al., 2014) geht hervor, dass das CD95-System, welches durch Asunercept inhibiert wird, eine große Rolle beim Fortschritt von weiteren soliden Tumoren wie Ovarial -, Darm-, Prostata-, Brust-, Blasen- und Nierenkrebs spielt.

 

 

 

Glioblastom

Das Glioblastom ist der häufigste und aggressivste primäre Hirntumor aus der Gruppe der Gliome. Glioblastomzellen zeichnen sich durch ihre hohe Resistenz gegenüber Strahlen- und Chemotherapie aus. Sie streuen und infiltrieren so rasch in das benachbarte Hirngewebe, dass eine vollständige operative Entfernung des Tumors oft nicht möglich ist. Die derzeitige Standard-Therapie nach der Erstdiagnose besteht aus Operation, gefolgt von Bestrahlung und Chemotherapie. Aufgrund der schnellen Einwanderung in das umliegende, gesunde Hirngewebe treten Rückfälle oft innerhalb weniger Monate nach der ersten Behandlung wieder auf. 

In der EU gibt es noch kein zugelassenes Medikament zur Zweitlinienbehandlung des Glioblastoms. Dies verdeutlicht den erheblichen Bedarf an neuen, wirksamen Therapien in dieser Indikation.